Tag 1: “Leichtathletik meets Judo” oder: warum wir am nächsten Tag alle nicht ganz rund liefen

 

12 Kinder der U12 haben einen großen Teil ihrer letzten Ferienwoche geopfert, um 3 Tage lang mit den Trainerinnen Annika und Anja den Sportplatz, die Goethehalle, Zwintschöna und Schkeuditz unsicher zu machen. Aufgrund der aktuellen Pandemie hat man schweren Herzens auf das Highlight “Übernachten auf dem Sportplatz” verzichtet.

Am Montag standen 08:30 12 Sportler und Sportlerinnen bereit, die Ferienmüdigkeit abzuschütteln und sich der Leichtathletik, zu widmen. Nach 2 Trainingseinheiten am Vormittag, nur unterbrochen von einen der zahlreichen Obst- und Gemüseplattenspenden der Eltern und einer warmen Stärkung am Mittag, hatten die Kinder eine kleine Pause. Mit den Turnmatten suchte sich jeder eine Ecke zum chillen, schnattern oder rätseln.

Eine dritte Einheit beendete das Leichtathletiktraining, allerdings noch nicht den Trainingstag. Schnell noch eine Kugel Eis in der Stadt, bevor uns am Nachmittag Florian von den Judokan Schkeuditz in der Goethehalle erwartete.

Nach dem gemeinsamen Training und Spiel im Winter mit und zwischen der E-Jugend des Eintracht Schkeuditz und dem LAC ist dies nun das zweite Mal, dass die LAC Kinder auf eine andere Sportart treffen.

Diesmal also: “Leichtathletik meets Judo”

Die Trainerinnen ließen sich nicht lange bitten und beteiligten sich an dieser Trainingseinheit solange es die Gelenkigkeit und Bequemlichkeit mitmachten.

Die Kinder waren Feuer und Flamme und Florian führte die Leichtathleten- und Athletinnen durch ein klasse Training. Von Erwärmung in Spielform, Krafteinheiten über Turnen hin zu den ersten Haltegriffen: die Kinder waren für alles zu haben. Zwischendurch ließ Florian noch interessante Infos über den Judosport mit einfließen. Sogar ein erster Wurf wurde am Ende trainiert.

An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich beim Judokan Schkeuditz und vor allem bei Florian für diesen spannenden Trainingseinblick bedanken!

Gegen 18:00 ging ein langer Trainingstag mit erschöpften Kindern (und Trainerinnen!) aber vor allem auch zufriedenen Kindern zu Ende. Wer nun glaubt, damit hätten wir das Thema Judo abgehakt, der wurde am nächsten Tag eines Besseren belehrt! Muskelkater in verschiedenen Ausprägungen erinnerte uns den ganzen Tag noch an das effektive Judotraining. Und so begann die erste Einheit ungewohnt ruhig. Doch auch dieser Trainingstag brachte zufriedene Kinder hervor. Fortsetzung folgt.

 

Tag 2: „Sport ist viel mehr als Leistung“ oder „Ey Alter, ich esse nie wieder Nutella!

 

Zugegeben, trotz Muskelkater wurden die jungen Sportler und Sportlerinnen nicht wirklich geschont. Stärkung der Sprunggelenke als Verletzungsprophylaxe und Ausbildung der Schnelligkeit und eine weitere Einheit Hürden/Weitsprung brachte uns durch die 2 Einheiten am Vormittag. Damit war der Trainingsteil geschafft aber noch lange nicht das Sommercampprogramm.

Kinder in einem Sportverein zu trainieren ist viel mehr als die bestmöglichste Leistung zu verlangen, von Wettkampf zu Wettkampf zu fahren und Disziplin und Einsatz zu verlangen. Es bedeutet für uns Trainer und Trainerinnen auch ein offenes Ohr zu haben, für Sorgen, Freude und auch Wut. Es bedeutet die Kinder so zu nehmen wie sie sind und sie zu motivieren, über sich hinauszuwachsen aber auch mit Niederlagen und Misserfolgen klarzukommen. Und es bedeutet auch, ihnen zu zeigen, wie der Alltag sich auf ihre sportliche Leistung auswirken kann. Ob es die inaktive Zeit vor der Konsole oder dem Handy ist, die Vorteile, mit dem Fahrrad zum Training zu kommen, die negativen Auswirkungen von Alkohol und Zigaretten auf das sportliche Können 8bei uns in der U12 natürlich noch kein Thema!) oder auch die alltägliche Ernährung.

Letzteres haben wir uns bei der gemeinsamen Zubereitung des Mittagessens und einem kleinen Projekt zum Thema Zucker in Lebensmitteln genauer angeschaut. So konnten die Kinder ihren Joghurt mit Früchten mit verschiedenen Alternativen zum weißen Haushaltszucker süßen und waren schwer begeistert.

In 2 Gruppen haben sie im Anschluss tolle Schautafeln erarbeitet, auf denen man gut sehen konnte, wieviel Zucker z.B. in Cola, Ketchup oder Schokocreme ist. Mit Waage, Kleber und Taschenrechner wurde gewerkelt, gewogen, gerechnet und gestaunt, als klar wurde, dass ein nicht ganz unbekannter Schokoladenaufstrich über die Hälfte aus Zucker besteht.

„Ey Alter, ich ess nie wieder Nutella!“

Nun, das wagen wir zu bezweifeln. Aber letztendlich ging es den Trainerinnen nur um eine Sensibilisierung und nicht um Verbote.

Danach hieß es Masken raus, denn mit dem Zug ging es nach Dieskau, um nach einem kleinen Spaziergang das Freibad Zwintschöna zu erreichen.

Das angedachte Wassersportprogramm wurde spontan gestrichen, als die Trainerinnen sahen, wie durch das Wasser getobt, der Sprungturm immer wieder auf ein Neues erklommen und die Beachvolleyballanlage in Beschlag genommen wurde. 2 Stunden absolvierten die Kinder unbewusst ihr eigenes Sportprogramm und die beiden Trainerinnen hatten nach 2 Tagen im Einsatz ein wenig Zeit zum Kräfte sammeln.

Nachdem der Zug heimwärts am Abend in Schkeuditz einfuhr, konnten müde und zufriedene Kinder übergeben werden.

Nun haben alle einen Tag Pause zum Durchschnaufen. Nicht alle Kinder waren davon begeistert und baten darum, gleich morgen weitermachen zu dürfen. Auch wenn wir Trainerinnen uns über so viel Begeisterung freuten, verabschiedeten wir uns trotzdem bis Donnerstag.

 

Tag 3: “ohne Schweiß kein Preis“ oder: warum Bowling die Ehre der Trainerinnen rettete

 

Der Wettergott scheint ein Freund der Leichtathletik zu sein. Während am Mittwoch der Sturm tobte, empfing uns am Donnerstag früh die Sonne am Walter Lutze Stadion.

Der letzte Trainingslagertag brach an. Den frühen Vormittag übten wir Starts aus dem Startblock und schnelle Beine, bevor wir uns zu Fuß zur Goethehalle aufmachten. Denn Leichtathletik ist halt nicht nur rennen, werfen, springen. In der Sporthalle wurde geturnt und beim Kraftprogramm mächtig geschwitzt. Bei den meisten unserer Sportler und Sportlerinnen sicherlich nicht besonders beliebt. Dass die Kinder aber längst verstanden haben, dass zum Erreichen guter Leistung auch gehört, sich manchmal durchzukämpfen, konnte man beim heutigen Training gut erkennen.

Nach einer Runde Pizza in der Mittagszeit, übernahmen die LAC Kinder das Ruder. Sie durften sich die letzten 2 Stunden in der Halle selbst gestalten. Während die Einen sich das Trambolin mit Matte unter den Basketballkorb schoben und Dunkings übten, testeten Andere mit dem Km/h Messgerät ihre Wurfstärke und ihre Laufschnelligkeit. Die Trainerinnen waren bemüht, mitzuhalten. Beim Wurf jedoch mussten sie sich den beiden Nils und beim Lauf Clemens, Nils und Ronja geschlagen geben. Ja, ja, man wird alt.

Nach soviel Bewegung gönnten wir uns noch eine Runde Eis in der Stadt, bevor wir am späten Nachmittag zum Abschluss die Bowlingbahn im Theaterrestaurant unsicher machten. Hier stellten wir erfolgreich die Trainerinnenehre wieder her. Obwohl einige der Sportler und Sportlerinnen ungeahnte Talente zeigten, ging hier der erste Platz an das Trainerteam.

Morgen wird die Trainingsgruppe noch ihr Sportabzeichen ablegen, bevor es kommenden Montag für die Kinder wieder in die Schule und in den regulären Trainingsbetrieb geht.

 

Es war ein schönes Trainingslager. Nicht nur Techniken, Schnelligkeit und Kraft, sondern vor allem auch Gemeinschaft wurde verbessert und gefestigt.

 

Vielen Dank an den Verein für die finanzielle Unterstützung, an die Eltern für ihre reichhaltigen Gemüse- und Obstspenden, an die Stadt für die Möglichkeit, die Sportanlagen außerhalb der regulären Trainingszeiten zu nutzen, an die Trainerinnen für ihren Einsatz in ihrer Freizeit und vor allem an die Kinder für ihr Trainingsfreude.